Sonntag, 17. Mai 2009
Dorfrundgang mit der CDU
Liggeringer Zeitreise
Nachdem vor einigen Jahren die historische Ortsbegehung großen Erfolg verzeichnete, wagten sich diesmal Dr. Jürgen Klöcker, Ortsvorsteher Dr. Rainer Bretthauer und Christof Stadler an die Flurnamen von Liggeringen. Im Namen der CDU, die diese Zeitreise organisiert hatte, begrüßte Vorsitzende Cornelia Bambini-Adam die zahlreichen Gäste und betonte, wie wichtig es sei, sich des „Erbes" für die Entscheidungen von Morgen bewusst zu werden. Ausgehend vom Torkel, seiner Baugeschichte und Bedeutung für das Ortsgeschehen, lauschte eine große Zahl den Ausführungen, die auch für Alteingesessene viel Neues vermittelte.
Die Tour führte in den Bereich oberhalb des Dorfes, von wo aus sich ein Großteil der Gemarkung überblicken ließ. Die Flurnamen sind wie ein Lesebuch zur Ortsgeschichte. Die Unterscheidung der Fluren war für das tägliche Leben im Dorf prägend. Sie verraten nicht nur etwas über die Bodenbeschaffenheit, die Besitzer und die Besonderheit der Lage, sondern vielfach auch über die Nutzung in den vergangenen Jahrhunderten. Klöckler und Stadler hatten sich der Mühe unterzogen, die rund 100 Flurnamen zu erfassen und zu deuten. Das Gewann Kohlhalde beim Hof Mühlsberg hat zum Beispiel nichts mit dem Anbau von Kohl zu tun, sondern dürfte eher an die hier herrschende Köhlerei in Waldnähe erinnern.
Ein Bild des letzten hier erlegten Wolfes im 18. Jh., welches im Bodmaner Schloss hängt, verdeutlichte die spannungsvolle Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur. Mit der Katastererfassung um 1870 wurden zwar viele Namen erfasst, doch zugleich trat eine Erstarrung ein, da von nun ab Grundstücksnummern ausschlaggebend wurden. Zugleich wurde die Exkursion auch zu einer botanischen Erkundung, denn Ortsvorsteher Dr. Rainer Bretthauer und Irmgard Kramme konnten eine Vielzahl von seltenen Blumen, insbesondere Orchideen, den überraschten Teilnehmern zeigen, die die eigene Heimat von einer kostbaren und bislang unbekannten Seite kennenlernten.
Am Schluss wartete der Ortschaftrat, bzw. Hermann Leitz mit einer Überraschung auf, mit kühlen Getränken an einer besonders lauschigen Stelle am Waldrand mit Alpenblick, so dass das Gehörte anhand von alten vertieft und diskutiert werden konnte und schließlich folgte auch die Auflösung des Rätsels der Referenten, die zu Beginn angekündigten hatten, dass eine „Lügengeschichte" in ihren Erklärungen versteckt sei, was auch beim dritten Anlauf gelöst wurde.