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19.05.2009

Markelfingen - das Dorf der Mühlen und Lehenshöfe


Als ein Besuchermagnet erwies sich die historische Ortsbegehung der CDU in Markelfingen am vergangenen Samstag. So konnten Martina Gleich für den Orts- und Cornelia Bambini-Adam für den CDU-Stadtverband rund 100 Einheimische und Gäste begrüßen. Als erstes stand die jüngst restaurierte Pfarrkirche St. Laurentius auf dem Programm. Helmut Haselberger stellte insbesondere den gemalten Apostelzyklus von 1612 an den Langhauswänden vor. Zu jedem Apostel wurde ein Satz des Glaubensbekenntnisses hinzugefügt, denn die Legende erzählt, dass sich die Apostel nach dem Tod Jesu noch einmal getroffen hätten und so das Credo entstanden wäre. Eine Rarität sind die wieder entdeckten und frei gelegten Engel-Malereien im Chorgewölbe.


Mit ihrem grünen Hintergrund sind sie ein inzwischen selten gewordenes Beispiel für den Nazarener-Stil im 19. Jh. Bei der nächsten Station skizzierte Christof Stadler die Anfänge des Ortes und das alte Wege- und Straßennetz, welches mit seinen Verschiebungen auch deutlichen Einfluss auf die Entwicklung des Dorfes nahm. Aus dem ursprünglich am Mindelsee-Ausfluss, dem heutigen Mühlebach, sich entlang erstreckenden Dorf wurde immer mehr eine Straßensiedlung. Walter Fiedler, der beste Kenner der Markelfinger Geschichte und Verfasser der Ortschronik von 1975, führte anschließend zu den vier (!) ehemaligen Mühlen im Dorf. Nach dem Abbruch der Untermühle ist einzig die Neumühle, ein Fachwerkbau des 17. Jhs., noch ein anschauliches Beispiel dieser Jahrhunderte alten Tradition im Ortsbild. Markelfingen gehörte zum Gut des 724 gegründeten Klosters Reichenau. Sechs Lehnshöfe (St. Marxen-, Feldbacher-Hof...u.a.) prägten das Leben im Dorf und Walter Fiedler ließ dieses vor den Augen der Teilnehmer wieder aufleben.


Die Ortsbegehung blieb indes nicht bei der Geschichte stehen, sondern immer wieder gab es Diskussionen und Impulse über die Weiterentwicklung des Ortes und den Umgang mit der Bausubstanz. Den Abschluss fand der spannende Ausflug am Platz der ehemaligen unteren Mühle. Neben den dort aufgestellten Mühlsteinen soll nach dem Willen des Ortschaftsrates eine Informationstafel (Text W. Fiedler) an das „Mühlendorf" Markelfingen erinnern.

 

CDU Ortsrundgang in Markelfingen
markolf ortsbegehung.pdf
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